Altlastenmanagement
Wasserbauliche Projekte
Hydrogeologische Forschung

HYDROGEOLOGIE VON WIEN

Das Wiener Stadtgebiet ist in parallel zur Donau verlaufende, hydrogeologische Bereiche mit unterschiedlichen Grundwasserverhältnissen geteilt.
Ausgehend von den Donauauen bis zum Wienerwald, von Osten nach Westen, vom Hangenden zum Liegenden, vom den jüngeren zu den älteren Schichten sind folgende 4 Zonen (vgl. Abbildung unten) unterscheidbar:

1. Rezente Schotter in der Talsohle der Donau (blau mit Punkten) und der Wienerwaldbäche (blau). Beide jünger als 11.700 Jahre
Donautalsohle: Hier befindet sich sehr ergiebiges, zusammenhängendes Porengrundwasser in Quarz(Rund-)Schottern mit großer Mächtigkeit und hoher Wasserdurchlässigkeit. Die Donau-Talsohle hat die größte wasserwirtschaftliche Bedeutung für Wien.Talsohle der Wienerwaldbäche: In ihnen kommt mäßig ergiebiges Grundwasser in plattigen, verlehmten und daher weniger wasserdurchlässigen Sandsteinschottern vor.

2. Pleistozäne Terrassenschotter der Donau (gelb mit Punkten) und der Wienerwaldbäche (grün mit Strichen); Eiszeiten: von vor 2,6 Mio bis vor 11.700 Jahren
In ihnen kommt mäßig bis wenig ergiebiges Grundwasser vor. Ausnahmen sind ergiebiges Grundwasser in manchen Bereichen der jeweils donaunächsten Schotterterrassenkörper sowie nur temporär vorkommendes, wenig ergiebiges Wasser in Erosionsrinnen auf der Staueroberfläche am Abhang von einer Terrasse zur nächsten.

3. Miozäne Lockergesteine des Wiener Beckens (braun, 23 bis 5,3 Mio. Jahre alt)
In diesen Gebieten gibt es oberflächennah nur selten zusammenhängende und nur wenig ergiebige Grundwasservorkommen. Die überwiegend feinkörnigen Sedimente des Miozäns (Schluffe/Tone und Feinsande) unterlagern die Zonen 1 und 2 und bilden dort meist den Grundwasserstauer. Lokal gibt es aber in einlagerten miozänen Kiesen und groben Sanden ergiebige, gespannte Tiefengrundwässer in mehreren Stockwerken.

4. Alpine Festgesteine (Kalkalpin (dunkelblau, 270 bis 45 Mio. Jahre alt) und Flysch (orange, 100 bis 45 Mio. Jahre alt)).
In ihnen werden lokal verbreitete Kluft- und Schichtwässer mit unterschiedlicher, meist aber nur geringer Ergiebigkeit angetroffen.

Hydrogeologie von Wien, generalisiert: quartäre Bedeckung (Humus, Ausedimente, Löss, Lösslehm, Kolluvium und Anschüttung) abgedeckt (Wiener Gewässer Management Gesellschaft mbH – WGM, 2018, i.A. der MA 45).