Altlastenmanagement
Wasserbauliche Projekte
Hydrogeologische Forschung

Begehung des Donauabbruchs bei Schloss Neugebäude

Im Juli 2014 wurde das frühneuzeitliche Lustschloss Neugebäude unter den Aspekten Bauforschung,  Archäologie und Geländemorphologie „um“gangen.

Der Bauforscher Paul Mitchell informierte über Anlage und Nutzungsänderungen, die Archäologin Heike Krause stellte Bezüge zu dem in Sichtweite liegenden Schloss Kaiserebersdorf her, und die ErdwissenschaftlerInnen beschrieben die Geländekante, den Donauabbruch. Gemeinsam wurde über landschaftsarchäologische Aspekte diskutiert: woher kam das Wasser für die Wasserspiele? Bestanden Sichtachsen zum Lusthaus im Prater und zu Schloss Kaiserebersdorf?

Fotos von Sabine Grupe, Arben Kociu, Heike Krause, Paul Mitchell, Mandana Peresson, Thomas Payer und Daniel Vancso

Das südliche Eingangstor der Anlage von Schloss Neugebäude (frühneuzeitlich; heutige Funktion: Urnenhain)  ist das Pumpenhaus. Es war Teil der Wasserkunst, einem System zur Förderung, Hebung und Führung von Wasser, mit dem die Gärten und Brunnen versorgt wurden. Durch ein großes Liesing-Hochwasser 1599 wurde das System nachhaltig beschädigt und in der Folge wurde das Schloss nicht mehr als „Veranstaltungsort“ für Feste und Vergnügungen der höfischen Elite genutzt.

 

Schloss Neugebäude, Nordfront. Das Lustschloss wurde 1568 von Maximilian II erbaut.  Als er 1576 starb verliert die Anlage an Bedeutung, und nach dem Hochwasser 1599 wird sie gänzlich aufgelassen. Vor dem Schloss befinden sich zwei Terrassenmauern zur Überwindung des Geländeunterschiedes zwischen Niveau der Stadtterrasse (Schloss) und Donau-Talsohle (Gartenanlage; heute: Kinderspielplatz). Diese Geländekante wird Donauabbruch genannt.

 

Böschung des Donauabbruchs östlich von Schloss Neugebäude.

 

Böschung des Donauabbruchs westlich von Schloss Neugebäude.

 

Ein Turm der Umfassungsmauer. Die Mauer stieß im 16. Jhd. direkt an den Turm an. Nachdem das Gelände im 18. Jhd. von  Maria Theresia dem Militär übergeben wurde, wurden in den Turm nachträglich Schießscharten eingebaut (vgl. auch Foto unten).

 

Schießscharte aus dem 18. Jhd. im Turm aus dem 16. Jhd.

 

Paul Mitchell spricht über das damals neue, größere Ziegelformat der Renaissancezeit.

 

Lagebesprechung in der Donau-Talsohle.